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Aberglaube und Mythologie

Im Laufe der Jahrhunderte hat unsere geliebte Samtpfote ein wechselhaftes Schicksal erlebt. Sie wurde ignoriert, verteufelt oder angebetet. Ihr wurden für eine Vielzahl von Krankheiten heilende Kräfte zugeschrieben. Ihr Platz in der gesamten Geschichte spiegelt sich bis heute in vielen Sprichwörter und Märchen wieder. Ich möchte nur einige der bekanntesten Redewendungen und medizinische Anwendungsbeispiele an dieser Stelle in Erinnerung rufen.

So sollte der Genuss von Katzenfleisch gegen Schwindsucht und das Fett einer Katze gegen Brandwunden und Frostbeulen helfen. Man sagte auch, dass aus dem Ohr einer Katze entnommenes Blut ein Mittel gegen Fieber sei und zu Pulver gebrannte Katzenleber hilft gegen Gallenstein. Bereits im Altertum wurde die Leber der Katze gegen Fieber verwendet. Legt man sich einen mehrmals bindfadenartig zusammen gedrehten Katzendarm um den Hals, lindert man die Zahnschmerzen. Die Katzenohren selber legte man auf Wunden und Geschwüre, um sie rasch heilen zu lassen. Mit Senf zusammen gekneteter Katzenkot ist ein altes Haarwuchsmittel. Umschläge mit Katzenkot und Essig helfen gegen Kopfschmerzen. Heute glauben noch viele Menschen ohne es zu zugeben an Zaubersprüche. Eine schwarze Katze bringt Unglück, wenn sie einem des Morgens über den Weg oder zwischen die Beine läuft. Dreimalige Ausspucken oder das Werfen eines Steines kann das Unheil abwenden. Bekannt ist auch der Kinderreim: Simsalabim, abrakadabra, dreimal schwarzer Kater.

Trotzdem die Herkunft des heute gebräuchlichen Namens Katze, setzte sich erst spät durch. In der Literatur tauchen die unterschiedlichsten Bezeichnungen, wie Felis cattus, musio, murilegus, katta auf.

Auch die Farbe des Fells spielt bis in unsere Zeit eine wichtige Rolle. Bei uns gilt eine dreifarbige Katze als Glücksbringer, schützt das Haus vor Feuer und löscht es, wenn man sie hineinwirft. So hilft sie ebenso bei allen anderem Unglück und soll sogar das Fieber senken, hingegen eine schwarze Katze ist als Unglücksbote mit dem Teufel verbunden. Auch in China bringt eine schwarze Katze Unglück und Armut ins Haus. Weiße Katzen dagegen werden oft als Glücksbringer betrachtet. In der Seefahrt, in England und Schottland bringt eine schwarze Katze hingegen Glück, aber die weißen tragen die Farbe der Gespenster und sind daher nicht gerne gesehen. Um auf die Seefahrt zurückzukommen, Katzen brachten nicht nur Glück, sondern die Kapitäne waren auch verpflichtet Katzen an Board zu haben, damit der Proviant und die Ladung vor Mäusen und Ratten beschützt wurden. Falls dann, wenn nachgewiesen wurde, dass kein Mäusejäger mitgenommen wurde, zahlte im Schadensfall keine Versicherung. Aber auch viele Sprichwörter, wie z. B. Geldkatze deuten darauf hin, dass eine Katze nicht nur Glück bringen sollte, sondern auch den Reichtum brachte. So erinnern wir gerne an das Märchen vom Gestiefelten Kater oder im Volksmund benutzt man das Wort Geldkatze für das Portemonnaie.

Als sie in Ägypten zu den Menschen kam und die Kornkammern vor Mäusen bewahrte, wurde sie als die Göttin Bastet verehrt. Bastet war nicht nur die Göttin des Mondes, des Lichtes in der Dunkelheit, sondern zugleich das Symbol der Freude und der Fruchtbarkeit. Daher wurden Katzen in der Malerei oft unter dem Stuhl einer Frau dargestellt. Mohammed, der Prophet des Islams, soll sich sogar die Ärmel abgeschnitten haben, um die darin schlafende Katze nicht zu wecken. In der nordischen Mythologie wurde der Wagen der Göttin Freyja von zwei schwarzen Katzen gezogen. Auch in anderen Kulturen wurden diese herrlichen Mäusejäger als Tempelkatzen verehrt und waren kostbare Geschenke. Auch in diesen Ländern gab es Zeiten in denen Katzen verfolgt wurden, da sie mit Dämonen verbündet gewesen sein sollten oder sie wurden gemästet und dienten so als Nahrungsquelle.
Auch in Mitteleuropa wurde früh ihr Wert als Beschützer der Ernten erkannt und so stand die Tötung oder der Diebstahl einer Katze in vielen Ländern unter hoher Strafe. Selbst das Verspeisen von Katzenfleisch galt unter anderem als barbarisch, wahrscheinlich bedingt durch unsere noch heute geltende Moralvorstellung, dass man Haustiere nicht essen darf. In manchen Gegenden wurde das Fell der Hauskatze angesenkt, um so zu vermeiden, dass aus dem Fell Decken oder Kleidung hergestellt wurde. Auch die Katzenklappe war schon früh bekannt, so dass die Katze jederzeit rein und raus konnte. Damit der wichtige Mäusefänger aber in der Nähe blieb, stutzte man ihr die Ohren.

Die friedliche und unbeschwerte Zeit als am Ofen sitzender Mäusefänger wurde durch das Christentum, vielleicht aus Angst und Konkurrenz vor den Göttern der Germanen nachhaltig über Jahrhunderte zerstört. So predigte beispielsweise der Franziskanermönch Berthold von Regensburg (Auszug aus einer Predigt) im 13. Jahrhundert, nicht nur gegen Ketzer, Juden, Zigeuner und Glaubensabtrünnige, sondern er hetzte auch gegen Katzen. „dass ihr Atem die Pest verbreite. Oder: „Der Ketzer heißt deshalb Ketzer, weil er in seiner Art keinem Tier so gleicht, wie der Katze!“ Zusätzlichen Zündstoff lieferte dann der Papst Innozenz VIII. im Jahre 1484 mit dem folgenschweren Erlass „Summis desiderantes affectibus". Die Hexerei und Teufelsanbetung wurde jetzt als eine Realität anerkannt und von den kirchlichen Institutionen verfolgt. So erhielt der Hexenglaube Auftrieb und es genügte schon der Besitz einer Katze, insbesondere wenn diese schwarz war oder eine Fürsprache, um mit der Katze auf dem Scheiterhaufen zu landen. Während der ca. 300 Jahre dauernden Hexenverfolgung, mussten auch unzählige Katzen auf grausame Weise ihr Leben lassen. Die war nicht nur der Verbündete des Teufels, sondern sie galt als unrein und so war es strickt untersagt, Speisen zu sich zu nehmen an der schon eine Katze gekostet hatte.

Aber immer wieder, sogar bis heute, wo wir eigentlich doch aufgeklärt sein wollen, wechselt ihr Stellenwert. So wird aus Katzenfett bis hin zu den Exkrementen Medizin und Salben hergestellt. Wiederum gab es Zeiten in denen Katzenfett körperliche Gebrechen verursachten. Der Aberglaube im 12. Jahrhundert besagte, dass aus Katzenfell hergestellte Kleidung zu Abmagerung führt, im 15. und 16. Jahrhundert beschuldigte man sie der Hexerei, ihr Atem und Hirn sollte giftig sein und so wurden Katzen verfolgt und verbrannt. Dies ging so weit, dass schon der Umgang und der Atem zum Tode führen konnten. Das Christentum hat ein zwiespältiges Verhältnis zu der bis heute immer noch selbstständigen, sich aller Unterordnung und Domestierversuche widersetzenden Katze. So unterstellte die Kirche mit ihren Klöstern, dass das Streicheln einer Katze sie in ihrer Konzentration und Zwiesprache mit Gott störte und die Schönheit einen Besitz darstellte. Auf der anderen Seite wurden Katzen in der Malerei im 15. und 16. Jahrhundert in Verbindung mit Maria dargestellt. Meist zeigen diese eine zufriedene freundliche Katze, die wahrscheinlich die weibliche Fruchtbarkeit symbolisierte. Auch im Volksmund gibt es bis heute, wenn von Sex in Zusammenhang mit Frauen gesprochen, wird Begriffe die auf die Katze zurückgehen, siehe "Muschi" oder "Möse". Andere Bilder zeigen Katzen mit sich im Spiegel putzenden Frauen und Narren, um Eitelkeit, alles Böse und den Satan mit der Metapher der Katze zu darzustellen. Als die Gesundheitsbehörden im 18. Jahrhundert endlich erkannten, dass die verheerende Pest durch den Rattenfloh übertragen wurde, musste jeder Haushalt Katzen halten.

Auch heute operieren Firmen, die oft einen pseudomedizinischen Namen tragen, und so suggerieren, dass ein medizinischer Hintergrund besteht, aus Gewinnsucht mit Lügen und Halbwahrheiten, um aus Katzenfelle hergestellte Rheumadecken an den Mann zu bringen. Selbst im Mittelalter vertraten einige Ärzte schon die These, dass man eine lebende Katze hilft. Mit welcher Brutalität die Tiere gequält werden, um an ein schönes unversehrtes Fell zu kommen, und welche Firmen daran beteiligt sind, sollten sie besser im Internet nachlesen.